Verbraucherzentrale vs. Amazon – Verfahren auf Knopfdruck

Foto: Amazon

Der von Amazon kürzlich in Deutschland auf den Markt gebrachte sog. „Dash-Button“ wird bald Gegenstand eines gerichtlichen Verfahrens sein. Die Verbraucherzentrale NRW hatte Amazon wegen des „Dash-Buttons“ erfolglos abgemahnt und geht nun gerichtlich gegen die Funktionsweise des Produkts vor.

 

Was kann der „Dash-Button“ vom Amazon?

Der Dash-Button hat die Optik einer Funk-Türklingel, wie man sie im Baumarkt bekommt. Er ist ein Konstrukt, auf dem ein Markenname prangt, der für eine Produktkategorie steht. So findet man bspw. das Ariel-Logo auf einem Button. Bedeutet: mit diesem Button bestelle ich Waschmittel (zumindest ist das die Message von Amazon). Den Button gibt es für einige ausgewählte Kategorien, mit denen man Produkte des täglichen Bedarfs – eben wie Waschmittel – bestellen kann. Dabei funktioniert die Order denkbar einfach. Beispielsweise an die Waschmaschine geklebt, drückt man einfach auf den am Dash-Button befindlichen Knopf. Da der Button mit dem Kundenkonto bei Amazon verbunden ist, wird direkt eine Bestellung ausgelöst und schon bald trudelt das Waschmittel beim Kunden ein. Das wars. Toll. Einfach. Und mega bequem.

Nur halt nicht gesetzeskonform. Denn nach Ansicht der Verbraucherschützer ist der Dash-Button nicht mit dem deutschen Recht vereinbar, da insbesondere auf dem Button der Hinweis fehle, dass kostenpflichtig bestellt wird (diese Vorschrift stammt – wie ironisch – aus der vor nicht allzu langer Zeit in Deutschland in Kraft getretenen „Button-Lösung“ und ist im elektronischen Geschäftsverkehr zwingend vorgeschrieben). Zudem, so die Verbraucherzentrale, fehlen wichtige Informationen vor der Bestellung. So sei es auch unklar, welches konkrete Produkt man zu welchem Preis bekäme.  All diese Informationen erhält der Kunde jedoch erst NACH Betätigen des Buttons und damit nach der Bestellhandlung.

Auch bemängelt die Verbraucherzentrale, dass laut den zum Dash-Button gehörenden Nutzungsbedingungen Preisänderungen nur ab einem Plus von 10% gesondert kommuniziert werden. Sollte das gewünschte Produkt nicht verfügbar sein, schickt Amazon ein Ersatzprodukt (also bspw. Persil, wenn Ariel aus ist) an den Kunden. Auch dies spricht dafür, dass der Kunde bei der Bestellung im Zweifel in kompletter Unkenntnis über die wesentlichen Vertragsbestandteile ist.

Amazon habe sich – so die Verbraucherzentrale – geweigert, eine entsprechende Unterlassungserklärung abzugeben. Damit ist der nächste Schritt das gerichtliche Verfahren.

 

 

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Quelle: Presseinformation der Verbraucherzentrale NRW

 

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